Sonntags 11 - 15 Uhr
Wo wir klettern, wird vorher über einen Verteiler bekannt gegeben. Schreibt uns einfach an :-)
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Frankreichfahrt Ostern 2011
Frankreichfahrt 2011
Auf jeder Fahrt braucht man einen Finn. Denn ein Finn baut das Zelt auf, kocht, sucht den Weg, schleppt 5 Liter Wasser mit sich 'rum und hängt jede Route ein, die man klettern will. Zum Glück hatten wir ja einen Finn dabei. Außerdem waren mit in der Provence noch Lucas, Kim, Charlène, Christopher, Alba und die beiden Organisatoren Marcel und Christian sowie ich, Martin. Der Bus war wesentlich geräumiger als befürchtet, sodass alle mit allem reinpassten. So konnten wir auch zwei Gruppenzelte, ein kleines Zelt, drei Tische und neun Stühle mitnehmen. Ein bisschen Luxus braucht's dann eben doch beim Campen. Zumal die Nächte unerwartet kalt waren (Danke für den morgendlichen Kaffee!!!). Tagsüber genossen wir hingegen eine strahlende Sonne und angenehm warme Temperaturen. Unser Klettergebiet „Sainte Victoire“ in Sichtweite des Campingplatzes war mit dem 9-Sitzer gut zu erreichen, wobei Finn und Lucas es auch innerhalb von etwas mehr als einer Stunde geschafft haben zum Parkplatz und wieder zurück zu laufen. Dieser Erfolg stellte jedoch für Alba, Marcel und
mich eine verlorene Wette gegen Christian dar...
Die Tage am „eigenen“ Fels machten natürlich viel Spaß. Vom Parkplatz aus liefen wir nur kurze Strecken durch Thymian und Rosmarin, um zu den abwechslungsreichen Routen zu kommen. Von glattem Fels mit wenig Griffen bis hin zur Gewürzroute war alles dabei. Die Gemeinsamkeit bestand allerdings darin, dass alle Routen mit wenig Haken versehen waren.
An einem Tag machten wir uns dann selbst einen Strich durch die Rechnung. Im Topo hatten wir einen schönen Fels entdeckt und sind einfach dorthin. Nur leider haben wir nicht die Weglänge beachtet. Als wir den Haken endlich von oben(!) entdeckt hatten waren schon mehrere Stunden vergangen. Dann mussten wir uns noch 50m abseilen, damit jeder (, wenn er denn wollte) ein bis zwei Routen klettern konnte und mussten dann schon wieder los. Nur leider gab es keinen Weg zurück. Den suchten wir zwar, aber letztlich war es doch quer durchs Gemüse und immer bergab durchs Geröll. Ein netter Ranger zeigte uns später zum Glück den Weg zum Auto. Trotzdem: der Supermarkt hatte nur noch 15 Minuten offen, das Spülen dauerte bis um elf und unsere beiden Jüngsten waren deutlich am Ende ihrer Kräfte.
Pünklich zur Halbzeit unserer Fahrt fuhren wir ans Meer. In die „Calanques“ gelangten wir über eine schmale einspurige Straße und wanderten anschließend noch ein ganzes Stück. Die Routen waren nicht ganz einfach, aber der Blick auf das blaue Wasser machte Lust seine Grenzen auszutesten. Die Franzosen unten am Meer testeten hingegen ihr Schicksal aus und sprangen waghalsig von den Felsen in die zwei Meter hohe Brandung. Sie hatten jedoch Glück und wir Pech, denn ein Seil verhänkte sich im Fels. Für Christian war das jedoch kein wirkliches Problem. Später wagten sich noch einige von uns ins kühle Wasser, während der Rest am Ufer Baguettes verdrückte. Von denen gab es täglich 9 Stück mit glücklicherweise wechseldem Belag. Abends kochten wir gemeinsam und zum Ende der Woche hatten wir sogar den Dreh raus, so dass wir im
Hellen essen konnten.
An einem Tag trennte sich die Gruppe. Alba, Finn und Lucas wanderten auf den Gipfel von Sainte Victoire „Le Croix de la Provence“ und kletterten Mehrseillängen. Eine abgestürzte tote Bergziege mahnte sie jedoch zu besonderer Vorsicht. Der Rest der Gruppe fuhr abermals ans Meer. Obwohl der Weg in die Bucht „En Vau“ eine Stunde Laufzeit in Anspruch nahm, war es dort am Strand so voll wie in einem gut besuchten Schwimmbad. Geklettert wurde nur eine mehr als 30m lange
Route. Die Exe im zweiten Haken einer 4c zu befestigen trauten sich später weder Christian, Marcel oder ich. Nur Charlène hatte genug Mut. Danach machten wir uns schleunigst auf den Rückweg. Am letzten Klettertag war das Wetter erstmals schlechter. Nachts war es zwar angenehm wärmer als an den Vortagen, der Wind wehte dafür jedoch recht stark. Sainte Victoire wollte uns wohl loswerden und die Nerven versagten wegen des Windes und den Hakenabständen leider bei mir und anderen Vorsteigern; Finn hatte natürlich keine Probleme, genauso wenig wie Charlène oder Lucas. Sie kletterten sogar Mehrseillängen. So haben Albas Eltern, die an diesem Tag vorbei schauten, wenigstens kein ganz so schlechtes Bild von uns.
Die Stimmung blieb immer gut, auch wenn es manchmal Konflikte und Probleme gab. Wir haben viel gelacht und die Zeit verging erschreckend schnell. Sogar die 12stündige Rückfahrt fand ein jähes Ende, was besonders an Knotenversuchen mit meinem Seil und Kims Lieblingsspiel „Wer kann am längsten die Klappe halten?“ lag. Zusammenfassend kann man, um einmal mit Christophers Worten zu sprechen, sagen: diese Fahrt war einfach nur „dick fett“!
Fahrtenbericht von Martin Prömper
Bilder zur Fahrt in der Bildergalerie
