Auf Skitour im Sellrain
Freitag, 20.02.2009
15 Uhr, endlich saßen wir alle im Auto. Kurz hinter Frankfurt machte sich auch schon der erste Stau bemerkbar, zu unserer Befürchtung war dies wahrscheinlich auch nicht der letzte. Und so kam es, das wir erst nach einer neunstündigen Fahrt im Sellrain ankamen. Von Maxel Hübner gab es eine Einweisung in die SnowCard und wir beratschlagten was wir am nächsten Tag für eine Tour gehen würden und entschieden uns für die Route auf die Potsdamer Hütte.
Samstag, 21.02.2009
Beim
Frühstück waren alle hoch motiviert. Der erste Teil des Weges war ein breiter
Ziehweg, welcher geräumt war. Als wir nach ca.1, 5 Stunden den Weg verlassen hatten, ereignete sich bei Maxel,
unserem Technikfreak, ein Materialschaden. Maxels Fell hielt nicht mehr, die
Verankerung war gebrochen. Die Mittagspause legten wir vor einer herrlich
gelegenen Alm-Hütte ein.
Nach der Pause kam landschaftlich gesehen, der schönste Teil des Tages, total geblendet von der schönen Aussicht, gab man dem Nebel keinerlei Beachtung. Und so kam es das wir irgendwann Sichtverhältnisse von ca. 3-5 m vorfanden. Ein Blick auf die Karte sollte Orientierung bringen, aber es brachte nur die Erkenntnis, dass wir nicht genau wussten wo wir waren und wo der Abzweig zur Potsdamer-Hütte ist. Als jemand nach der Uhrzeit fragte, und es doch schon recht spät war, entschieden wir uns auf dem bekannten Aufstiegsweg unserer Spur ins Tal zu folgen. Als alle nach erschwerten Bedingungen wieder am Auto angekommen waren, war es gerade dunkel. Zurück in der Pension stärkten wir uns mit Kohlenhydraten, es gab Spagetti mit Tomatensoße. Jeder bekam eine überreiche Portion. Ich empfand den ersten Tag als den anstrengendsten, und ging daher auch als erste ins Bett, die anderen saßen noch einige Zeit beisammen und ließen den Tag mit einem kühlen Bierchen ausklingen.
Sonntag, 22.02.2009
Beim
Frühstück wurde klar, dass es heute aufgrund der schlechten Verhältnisse wieder
keine große Tour auf einen Gipfel geben würde. Daher fuhren wir nach Kühtai und
stiegen entlang der Skipiste bis an die Gipfelstation der Seilbahn.
Im flachen Gelände
gruben wir uns eine Schneehöhle.
Wir beendeten unsere Mittagspause mit einem Schneeprofil und einer Suche nach einem LVS Gerät im Tiefschnee. Bei der Abfahrt nutzten wir den gesamten Tiefschnee neben der Piste aus. Auf der Dortmunder Hütte wurde erst mal eingekehrt. Als ich auf die Idee kam, einen Kicker bei der Pension zu bauen und ich die Zustimmung von Fabian bekam, lösten wir das Zusammensitzen auf. An der Pension angekommen schmissen wir die Skifahrer und den Schneeschuhläufer raus und fuhren zur einer Wiese. Mit Hilfe der Boards gelang es schnell einen Kicker zu bauen. Einige Sprünge später setzte die Dämmerung ein, und wir brachen das Springen ab. Schnell geduscht, da die anderen schon ausgehungert waren, machten wir uns auf den Weg zum „Alten Wirt“.
Claudia Leemhuis
Rosenmontag, 23.02.2009
Das Wetter schien uns wieder nicht ganz wohlgesonnen, am Frühstückstisch sitzend beratschlagten wir, welches Ziel das unsere sein sollte an diesem trüben Tag.
Die Lawinengefahr war nun oberhalb von 2000m auf 3 bis 4 angestiegen.
Da
kam uns der Tourenvorschlag eines niedrigeren Gipfels am Eingang ins
Sellraintal gerade recht. Das Rangger Köpfl mit seinen 1900m und dem Rosskogel
vorgelagert erschien uns als ideales Ziel. Die immerhin 1000m Höhenunterschied
vom Ausgangpunkt bis zum Gipfel waren ja auch nicht gerade zu wenig. Also
fuhren wir nach Oberperfuß und starteten die Tour zu unserer Überraschung bei
Sonnenschein. 
Das Wetter im Inntal war besser als oben im Sellrain und so hatten wir sogar eine gute Sicht. Nachdem die ersten Höhenmeter neben bzw unweit der Skipiste zurückgelegt wurden, folgte ab dem Speichersee ein landschaftlich toller Aufstieg durch hügeliges Waldgelände, mal steil, mal flacher, immer durch einen traumhaft verscheiten Winterwald bis zur Rosskogelhütte.
Natürlich
wurde in der urigen Hütte erst mal eine Rast eingelegt und ordentlich gegessen.
Die Hütte lag gerade eben in den Wolken, und so entschieden wir, die letzten 60
Höhenmeter zum Gipfel nicht mehr zu gehen. Die gute Stimmung in der Hütte hätte
uns noch länger dort verweilen lassen, doch wir mussten ja wieder zurück ins
Tal, und so ging es um ca 15 Uhr wieder los in Richtung Oberperfuß.
Das Wetter war den ganzen Tag über passabel, mal ein bisschen Schneefall, dann wieder eine Auflockerung mit sonnigen Abschnitten. Wir hatten alles Richtig gemacht, eine tolle Skitour in lawinensicherem Gelände und dazu noch bei guten Wetterbedingungen, was wollte man mehr! Nur die Abfahrt war, da auf harter Piste, nicht der totale Genuß. Aber das störte mich nur wenig, da ich mit meinen Schneeschuhen ohnehin nicht in den Genuß der Abfahrt kommen konnte.
Fastnachtdienstag, 24.02.2009
7:30, der Wecker klingelte. Und der Blick aus dem Fenster verhieß nichts Gutes! Wolken bis fast zur Talsole mit starkem Schneefall. Wir wollten eigentlich noch eine kleine Abschlusstour machen, aber wo, bei diesen Bedingungen!
Also entschlossen wir uns von unserer Unterkunft, die direkt am Waldrand lag, loszugehen ins Lüsenstal. Der Weg gestaltete sich als schöner immer am Hang und häufig am Beginn des Waldes oberhalb der Talsole entlang führender Steig.
Nach
etwa 1,5 Stunden Gehzeit entschlossen wir uns an einer schönen Lichtung eine
Lawinenverschütteten-Suchübung durchzuführen. Nachdem Siggi zwei LVS Geräte
versteckt hatte ging es los. Ausgerüstet mit LVS-Gerät, Sonde und Schaufel
versuchten wir zügig die Geräte zu orten und sie Auszugraben. Es stellte sich
heraus, das dies nicht immer ganz einfach war. Aber es ist eine Sinnvolle
Übung, man sollte regelmäßig solche Übungen durchführen, um im Ernstfall auch
wirklich fit zu sein und zügig agieren zu können, schließlich hängt das Leben
anderer Menschen von einer schnellen und effizienten Suche ab.
Der Rückweg zur Unterkunft war dann ganz gemütlich und nachdem wir alle Sachen zusammengepackt hatten, ging es zurück in Richtung Frankfurt.
Nach 4 schönen Tagen und leider nicht ganz idealen Bedingungen muß man festhalten, wir hatten eine sehr schöne Zeit und aus den Bedingungen haben wir das bestmögliche herausgeholt.
Mit dabei waren:
Maxel Hübner, Christian Guse, Siegfried Nitsch, Fabian Kling, Claudia Leemhuis und Manuel Müller
Manuel Müller
