Arco - Klettern im November
Sonniger November
Klettern in Arco und im Sarcatal
Am 11.11.2011 machten wir uns mit einer kleinen Gruppe auf den Weg in’s sonnige Arco unweit des Gardasees. Wir hatten Traumwetter in den folgenden 6 Tagen und so gestalteten sich unsere verschiedenen Unternehmungen sehr Abwechslungsreich.
Am ersten Tag ging es in ein relativ neues Sportklettergebiet im Val di Ledro. Unser Interesse lag auf den zwar recht kurzen aber sehr schönen Mehrseillängen des Gebiets. Der Fels war an keiner Stelle speckig und wir kletterten einige sehr schöne Linien.
Sportklettern ging es auch an einem weiteren Tag. Das südseitig ausgerichtete Klettergebiet von „Crosano“ in den Bergen bei Rovereto versprach Sonne pur und besten Kalk. Hauptsächlich wurden von uns die Routen im 6. Franzosengrad begangen, wobei die Routen „Il poeta e il contadino“ 6b und „Rust never sleeps“ 6b+ als extrem schön zu bezeichnen sind! Und „must try“ wenn man in dieses wirklich schöne Gebiet fährt. Ebenfalls eine sehr schöne Route „La Vacca Volante“ 7a mit tollen Zügen in hervorragendem Kalk.
Ein paar längere Routen hatten wir auch klettern wollen, aber da es im November früh dunkel wird und die Sonne schon gegen 13 Uhr aus den Ostwänden verschwindet, war die Routenauswahl ein wenig eingeschränkt. Wir entschieden uns, am Colodri die „Cinque Stagioni“ mit 7 Seillängen (SL) zu klettern mit maximaler Schwierigkeit 5c in den letzten beiden SL. Die „Spigolo Sud“ startet direkt am Ausstieg der Route und so wollten wir deren 3 SL noch hinten anhängen. Die Tour gestaltete sich abwechslungsreich und schlängelte sich elegant durch die kompakten Wandteile.
Doch die Überraschung kam am Ende, die erste 5c-Länge nämlich allesandere als 5c, es war eine 6c, zumindest wenn man sie frei kletterte. Der freie Durchstieg gelang mir zwar, aber nicht ganz ohne Zittern, da die Crux leider sehr abgespeckt war. Man musste eine sehr kleine Tasche mit der rechten Hand halten, während man den linken Fuß auf winzige sehr abgespeckte Kalknasen stellen musste um mit der linken Hand in eine große Untergriffschuppe zu greifen. Wenn man wollte, konnte man die Schwierigkeit auf ca. 6a runter nullen, dank eines gut platzierten Hakens.
Die beiden Längen davor allerdings waren echt schön und so war die Tour insgesamt als lohnend zu bezeichnen. Spaß gemacht hat es jede Menge!
Auch die Sonnenplatten sollten noch unser Ziel werden, wir entschieden uns für die „Via Similaun“ 6a, welche über das markante „Bügeleisen“ die Platten hinaufzieht. Mit 10 SL war die Tour nicht all zu lang. Wobei die Seillängen selbst mit teilweise 55m recht lang waren.
Gleich die erste Seillänge war moralisch durchaus als anspruchsvoll zu bezeichnen, wenn auch nur 5c, so waren doch durch die weiten Hakenabstände die Nerven gefordert. Ich brachte noch zwei Klemmkeile unter und kämpfte gegen das sich mir immer wieder aufdrängende Bild einer Kartoffelreibe, auf der ich mich hinuntersausen sah…
Die erste 6a-Sequenz war eine diffizile Plattenstelle, welche sich aber super auflöste. In der vorletzten Seillänge kam noch mal ein schön steiler Wandabschnitt, die zweite Crux des Weges. Diese Passage war schön zu klettern, einziges Manko war die Politur des Kalks an dieser Stelle.
Summa summarum muß man sagen, ein wirklich schöner Weg und wir hatten nur in den letzten beiden Seillängen keine Sonne mehr…
Arco im November, jederzeit wieder! Und das Beste: Es ist nicht viel los zu dieser Zeit!
Autor: Manuel Müller
