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Mittwochs 16.30 - 19 Uhr
Sonntags 11 - 15 Uhr
Wo wir klettern, wird vorher über einen Verteiler bekannt gegeben. Schreibt uns einfach an :-)
Sonntags 11 - 15 Uhr
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Arco Herbstferien 2011
Datum:
08.10.2011 - 15.10.2011 Martins Weisheit hat sich wieder einmal bestätigt: Auf jeder Fahrt braucht man einen Finn. Und am besten nicht irgendeinen, sondern DEN Finn.
Den Finn, der für die Autofahrt kalte Pizza mitbringt. Den Finn, der morgens um 7 Uhr Kaffee kocht und Brötchen holt. Den Finn, der dreißig Exen und drei Seile in seinen Rucksack packt und zum Wandfuß schleppt. Der Steaks grillt, während es allen anderen draußen zu kalt ist. Der, ohne dessen handwerkliche Künste wir aufgeschmissen gewesen wären, weil wir die ganze Woche keinen Strom gehabt hätten oder gar das Haus abgebrannt wäre…
Samstagmorgens früh um fünf ging es mit einem Neunsitzer in Oberursel los. Das Auto bevölkerten von Jung nach Alt: Matthias, David, Lucas, Finn, Nico, Claudia, ich=Alba, Pit, Siggi und Fourier, Siggis Hund. Die recht inhomogene Altersverteilung stellte sich auf jeden Fall als eine Bereicherung für alle heraus: Die Jüngeren profitierten von der Klettererfahrung der Älteren, Pit erzählte Schmankerl aus seiner turbulenten Jugend, denen wir alle gebannt lauschten, aber auch er konnte von Finn noch einiges über elektrische Leitungen und Kurzschlüsse lernen.
Dank der unchristlichen Abfahrtszeit hatten wir keinen Stau, konnten am Brenner die erste Schneeballschlacht des Jahres veranstalten und kamen schon gegen vier Uhr in Tenno an, Berggemeinde am Lago di Garda, ca. zwanzig Minuten Fahrt von Arco.
Das Haus mit Kamin, Garten und Pool sagte allen zu und bald rannte man im Garten umher, trank Kaffee, suchte Klettergebiete aus oder brach auf zum Trailrunning durch alte Dörfer und Esskastanienwälder.
Die ganze Woche über strahlte die Sonne und wir konnten unsere Zeit in Italien voll auskosten. Die ersten drei Tage fingen wir langsam an in Muro dell’Asino, Baone und Nago. Muro dell’Asino war trotz seiner Abgespecktheit gut zum Gewöhnen an den Kalk, Lucas und ich wagten uns auch gleich in eine 4-Seillängen-Tour nebenan in Laghel. Am zweiten Tag übten wir alle das Mehrseillängenklettern mit leichten, perfekt abgesicherten Routen auf den flachen Platten von Baone, um uns fit zu machen für eine größere Wand: die Sonnenplatten. Wo die Absicherung nicht mehr sportklettermäßig, sondern sportlich ist. Wo man sich schon mal versteigen kann und den Standplatz nicht findet. Wo einem waghalsige Basejumper um die Ohren fliegen und mysteriöse Blutlachen die Stände zieren…
Obwohl am dritten Tag in Nago ein kalter Wind wehte, testeten wir danach einen der unzähligen Eissalons Arcos und kauften fleißig in den Klettergeschäften ein, die sich dort ebenso Tür an Tür reihen. Abends dann, nach einem wieder einmal leckeren Essen, wurde durch komplizierte Berechnungen der Gewichtsverhältnisse ausgehandelt, wer mit wem eine Seilschaft bilden sollte, wurden Topos abgemalt und Material sortiert.
Die Sonnenplatten. Der vierte Klettertag war sehr spannend und für die meisten ein Abenteuer, aber trotzdem oder gerade deswegen ein voller Erfolg. Finn und Claudia hatten in ihrer Route, die Claudias Namen trug, ihren Spaß und machten wahrscheinlich um die Hälfte mehr Seillängen, als sie eigentlich vorhatten. Siggi, Pit und David ließen es langsam angehen mit „Man-Ilia“, einer 6-SL-Route, Nico und Lucas hatten in ihrer „Rita“ vermutlich am wenigsten Komplikationen, und Matthias und ich wagten uns in die „Similaun“, die in den angeblichen 6a-Seillängen doch erstaunliche Hakenabstände von 8 bis 15 Metern aufwies, oder auch mal 20, wenn man der Routenführung nicht folgen konnte und deshalb den Haken verpasste. So verbrachten Claudia & Finn und Matthias & ich um die 8 Stunden in unseren Routen und durften die zweite Hälfte des Abstieges im Dunkeln absolvieren. Pit, Siggi und Nico vergnügten sich unterdessen mit Espresso (oder der Bedienung?) im Caffè Parete Zebrata.
Bei exzellenten Käsespätzle, die Nico und Finn mühsam gegen vorzeitiges Aufgegessenwerden verteidigen mussten, Gitarrenmusik und Gesang konnten wir uns aber schnell von den Strapazen erholen, auch wenn Finn am nächsten Tag zur Überraschung aller um 7 Uhr immer noch im Bett lag. Zur Erholung verbrachten wir den Tag in Nière, einem etwas höhergelegenen, einfachen Gebiet mit französisch anmutenden „Baguette-Abständen“. Die Fahrt dorthin war trotz Navi etwas abenteuerlich und ziemlich lang; zum Zeitvertreib übten wir kooperatives Autofahren (der Beifahrer gibt Gas). In Nière machte Claudia es sich mit dem Hund, der Gitarre und Finns Schlafsack gemütlich – ihrem Knöchel war der dunkle Abstieg von den Sonnenplatten nicht gut bekommen. Lucas tobte sich in den 6as aus, ich legte mich nach fünf Routen ebenfalls in die Sonne und David & Matthias machten als Seilschaft ihre erste Mehrseillängenroute inklusive Rucksack und Picknick in der Wand. Nachmittags wurde noch mal Eis geschleckt und geshoppt.
Am letzten Tag ging es in Übereinstimmung aller nochmal an die Sonnenplatten – Abenteuer waren eben doch das, wonach wir uns sehnten. Die Seilschaften sortierten sich diesmal nach Interesse: Nico und Siggi machten die „Claudia“, aber diesmal mit dem richtigen Einstieg; Lucas & Matthias und Claudia, Pit & David hatten sich kürzere Routen ausgesucht, genossen die geräumigen Standplätze und wollten wissen, wie weit ein 60m-Seil tatsächlich reicht; während Finn und ich uns die „Luna 85“, eine 13-SL-Tour mit 6c-Passagen, ausgeguckt hatten. Die schweren Seillängen klappten problemlos (für Finn mit einer neuen Variante des technischen Kletterns: Seil greifen und hochrennen), doch am vorletzten Stand fand ich Finn inmitten einer großen Blutlache vor. Gott sei Dank, es war nicht seine eigene. Trotzdem ziemlich beunruhigend; sie war stellenweise noch feucht. Wir vermuteten, dass sie nicht älter als einen Tag war und dass der Verursacher wahrscheinlich nicht hatte weiterklettern oder abseilen können. Das Rätsel um die Herkunft blieb ungelöst. Den letzten zwei Seillängen brachten wir dann etwas mehr Respekt entgegen als den viel schwierigeren elf davor.
Heim nach Tenno ging’s und wir genossen den letzten Abend mit Nicos fantastischen Germknödeln, Claudias Gitarreninterpretation von „Heute hier, morgen dort“, die sie in dieser Woche bei Pit gelernt hatte, Pits „Lied von seinem Hund“ (Ich wollt’, ich wär’ mein Hund – so sorglos und gesund…), und seiner „Geschichte vom Silbernen Beinchen“, die, bei Kerzenschein in die richtige Stimmung eingebettet, uns allen kalte Schauer den Rücken hinunterlaufen ließ. Ein rundum gelungener Abschlussabend. Spätestens bei „Lady in Black“ hatten sich alle Jüngeren auf Kissen oder dem Boden zusammengerollt und ratzten…
Am Abfahrtsmorgen wurde gepackt, geputzt und aufgeräumt, Pit, Claudia und Fourier machten noch einen Spaziergang zum Lago di Tenno, und nach einem letzten Eis und einem letzten „Heute hier, morgen dort“ für Finn, der noch eine Woche in Italien blieb, ließen wir Arco hinter uns. Auch die Rückfahrt genossen wir noch – Claudia mit der Gitarre, Pit mit Stückchen vom letzten italienischen Bäcker, und alle mit einer Mittagsrast in Scharnitz am Ausstieg der Oberen Isar.
Mein Fazit: eine tolle Fahrt, super Wetter, super Location, super Gruppe. Ohne Finns Elektrokenntnisse und, nicht zu vernachlässigen, Nicos hausgemachte Brombeermarmelade wäre die Fahrt sicherlich nicht halb so gut gelungen!
Dank der unchristlichen Abfahrtszeit hatten wir keinen Stau, konnten am Brenner die erste Schneeballschlacht des Jahres veranstalten und kamen schon gegen vier Uhr in Tenno an, Berggemeinde am Lago di Garda, ca. zwanzig Minuten Fahrt von Arco.
Das Haus mit Kamin, Garten und Pool sagte allen zu und bald rannte man im Garten umher, trank Kaffee, suchte Klettergebiete aus oder brach auf zum Trailrunning durch alte Dörfer und Esskastanienwälder.
Die ganze Woche über strahlte die Sonne und wir konnten unsere Zeit in Italien voll auskosten. Die ersten drei Tage fingen wir langsam an in Muro dell’Asino, Baone und Nago. Muro dell’Asino war trotz seiner Abgespecktheit gut zum Gewöhnen an den Kalk, Lucas und ich wagten uns auch gleich in eine 4-Seillängen-Tour nebenan in Laghel. Am zweiten Tag übten wir alle das Mehrseillängenklettern mit leichten, perfekt abgesicherten Routen auf den flachen Platten von Baone, um uns fit zu machen für eine größere Wand: die Sonnenplatten. Wo die Absicherung nicht mehr sportklettermäßig, sondern sportlich ist. Wo man sich schon mal versteigen kann und den Standplatz nicht findet. Wo einem waghalsige Basejumper um die Ohren fliegen und mysteriöse Blutlachen die Stände zieren…
Obwohl am dritten Tag in Nago ein kalter Wind wehte, testeten wir danach einen der unzähligen Eissalons Arcos und kauften fleißig in den Klettergeschäften ein, die sich dort ebenso Tür an Tür reihen. Abends dann, nach einem wieder einmal leckeren Essen, wurde durch komplizierte Berechnungen der Gewichtsverhältnisse ausgehandelt, wer mit wem eine Seilschaft bilden sollte, wurden Topos abgemalt und Material sortiert.
Die Sonnenplatten. Der vierte Klettertag war sehr spannend und für die meisten ein Abenteuer, aber trotzdem oder gerade deswegen ein voller Erfolg. Finn und Claudia hatten in ihrer Route, die Claudias Namen trug, ihren Spaß und machten wahrscheinlich um die Hälfte mehr Seillängen, als sie eigentlich vorhatten. Siggi, Pit und David ließen es langsam angehen mit „Man-Ilia“, einer 6-SL-Route, Nico und Lucas hatten in ihrer „Rita“ vermutlich am wenigsten Komplikationen, und Matthias und ich wagten uns in die „Similaun“, die in den angeblichen 6a-Seillängen doch erstaunliche Hakenabstände von 8 bis 15 Metern aufwies, oder auch mal 20, wenn man der Routenführung nicht folgen konnte und deshalb den Haken verpasste. So verbrachten Claudia & Finn und Matthias & ich um die 8 Stunden in unseren Routen und durften die zweite Hälfte des Abstieges im Dunkeln absolvieren. Pit, Siggi und Nico vergnügten sich unterdessen mit Espresso (oder der Bedienung?) im Caffè Parete Zebrata.
Bei exzellenten Käsespätzle, die Nico und Finn mühsam gegen vorzeitiges Aufgegessenwerden verteidigen mussten, Gitarrenmusik und Gesang konnten wir uns aber schnell von den Strapazen erholen, auch wenn Finn am nächsten Tag zur Überraschung aller um 7 Uhr immer noch im Bett lag. Zur Erholung verbrachten wir den Tag in Nière, einem etwas höhergelegenen, einfachen Gebiet mit französisch anmutenden „Baguette-Abständen“. Die Fahrt dorthin war trotz Navi etwas abenteuerlich und ziemlich lang; zum Zeitvertreib übten wir kooperatives Autofahren (der Beifahrer gibt Gas). In Nière machte Claudia es sich mit dem Hund, der Gitarre und Finns Schlafsack gemütlich – ihrem Knöchel war der dunkle Abstieg von den Sonnenplatten nicht gut bekommen. Lucas tobte sich in den 6as aus, ich legte mich nach fünf Routen ebenfalls in die Sonne und David & Matthias machten als Seilschaft ihre erste Mehrseillängenroute inklusive Rucksack und Picknick in der Wand. Nachmittags wurde noch mal Eis geschleckt und geshoppt.
Am letzten Tag ging es in Übereinstimmung aller nochmal an die Sonnenplatten – Abenteuer waren eben doch das, wonach wir uns sehnten. Die Seilschaften sortierten sich diesmal nach Interesse: Nico und Siggi machten die „Claudia“, aber diesmal mit dem richtigen Einstieg; Lucas & Matthias und Claudia, Pit & David hatten sich kürzere Routen ausgesucht, genossen die geräumigen Standplätze und wollten wissen, wie weit ein 60m-Seil tatsächlich reicht; während Finn und ich uns die „Luna 85“, eine 13-SL-Tour mit 6c-Passagen, ausgeguckt hatten. Die schweren Seillängen klappten problemlos (für Finn mit einer neuen Variante des technischen Kletterns: Seil greifen und hochrennen), doch am vorletzten Stand fand ich Finn inmitten einer großen Blutlache vor. Gott sei Dank, es war nicht seine eigene. Trotzdem ziemlich beunruhigend; sie war stellenweise noch feucht. Wir vermuteten, dass sie nicht älter als einen Tag war und dass der Verursacher wahrscheinlich nicht hatte weiterklettern oder abseilen können. Das Rätsel um die Herkunft blieb ungelöst. Den letzten zwei Seillängen brachten wir dann etwas mehr Respekt entgegen als den viel schwierigeren elf davor.
Heim nach Tenno ging’s und wir genossen den letzten Abend mit Nicos fantastischen Germknödeln, Claudias Gitarreninterpretation von „Heute hier, morgen dort“, die sie in dieser Woche bei Pit gelernt hatte, Pits „Lied von seinem Hund“ (Ich wollt’, ich wär’ mein Hund – so sorglos und gesund…), und seiner „Geschichte vom Silbernen Beinchen“, die, bei Kerzenschein in die richtige Stimmung eingebettet, uns allen kalte Schauer den Rücken hinunterlaufen ließ. Ein rundum gelungener Abschlussabend. Spätestens bei „Lady in Black“ hatten sich alle Jüngeren auf Kissen oder dem Boden zusammengerollt und ratzten…
Am Abfahrtsmorgen wurde gepackt, geputzt und aufgeräumt, Pit, Claudia und Fourier machten noch einen Spaziergang zum Lago di Tenno, und nach einem letzten Eis und einem letzten „Heute hier, morgen dort“ für Finn, der noch eine Woche in Italien blieb, ließen wir Arco hinter uns. Auch die Rückfahrt genossen wir noch – Claudia mit der Gitarre, Pit mit Stückchen vom letzten italienischen Bäcker, und alle mit einer Mittagsrast in Scharnitz am Ausstieg der Oberen Isar.
Mein Fazit: eine tolle Fahrt, super Wetter, super Location, super Gruppe. Ohne Finns Elektrokenntnisse und, nicht zu vernachlässigen, Nicos hausgemachte Brombeermarmelade wäre die Fahrt sicherlich nicht halb so gut gelungen!
Von Alba Neder
